Guten Tag,
heute mal wieder ein Newsletter randvoll mit Informationen, Terminen und Medienberichten ...
Solidarische Grüße,
Stefan von der Wohnungslosen_Stiftung!
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe kündigt an:
Bundesweite Preisausschreibung zum Tag der wohnungslosen Menschen 2026
Zum Tag der wohnungslosen Menschen am 11. September 2026 plant die BAG W eine bundesweite Ausschreibung für partizipative Projekte in der Wohnungsnotfallhilfe. Damit wollen wir sichtbar machen, wie zentral Erfahrungsexpert*innen an der Gestaltung und Weiterentwicklung von Hilfeangeboten beteiligt sind. Drei Projekte können dank der Stiftung der Fußballnationalmannschaft mit je 5.000 Euro prämiert werden.
Die feierliche Preisverleihung findet am 11. September 2026 in Berlin statt und soll per Livestream bundesweit übertragen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wann Projekte eingereicht werden können.
Da plant also die BAG W eine „bundesweite Preisausschreibung“ zum Tag der wohnungslosen Menschen 2026. Drei Projekte dürfen gewinnen, dank großzügiger Unterstützung der Fußballnationalmannschaft – je 5.000 Euro.
Klingt nach Partizipation? Eher nach Show: Mit Livestream und feierlicher Preisverleihung in Berlin wird hier vor allem sichtbar, wer die großen Schlagzeilen machen will. Vergessen wird dabei schnell: Beteiligung ist kein Glücksspiel.
Die Qualität und Relevanz partizipativer Projekte entscheidet nicht der Zufall, nicht das PR-Team, und schon gar nicht Fußballprominenz – sie wird entschieden von Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungslosigkeit. Wer wirklich partizipativ sein will, hört ihnen zu, statt sie auf eine Preisbühne zu stellen.
Echte Partizipation braucht keine Preisverleihung, sondern Raum, Respekt und Verantwortung – genau das, wofür wir uns bei der Wohnungslosen_Stiftung einsetzen.
Mit einer Sonderausstellung gibt das Stadtmuseum Halle einem aktuellen Thema der halleschen Stadtgesellschaft Raum. Ein Mensch, der keine eigenen, sicheren vier Wände hat, ist dem öffentlichen Blick ausgeliefert. Menschen, die wohnungslos sind oder in prekären Verhältnissen leben, erfahren häufig gesellschaftlichen Ausschluss und Entmenschlichung. Die Ausstellung versucht, sich gegen diesen Blick zu sperren. Sie begleitet Menschen zu den Orten, an denen sie leben, an denen sie betreut und aufgenommen werden.
Studierende der Kunsthochschule Burg Giebichenstein haben zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 Gespräche, Interviews und Workshops mit Betroffenen und Beschäftigten sozialer Einrichtungen durchgeführt. Sie waren im Stadtraum unterwegs und besuchten Einrichtungen wie die Sozialberatung, das Haus der Wohnhilfe, Elisabeth-Tisch des Krankenhauses St. Elisabeth und die Wärmestube. Die daraus entstandenen Ergebnisse in Form von Fotografien, Zeichnungen, Recherchen, Zitaten und Texten werden in der Ausstellung gezeigt.
https://stadtmuseumhalle.de/tagsueber-bin-ich-woanders
Das Bundesministerium teilt mit:
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Am 24. März 2026 findet also in Berlin der Jahreskongress des Nationalen Forums gegen Wohnungslosigkeit statt. Die Realität lässt jedoch ahnen, dass echte Teilhabe für wohnungslose und einkommensarme Menschen wieder einmal nicht vorgesehen ist – weder Unterstützung bei An- und Abreise noch Übernachtung wird öffentlich kommuniziert.
Und wie schon in der Vergangenheit: Wahrscheinlich werden höchstens ein paar vorab ausgewählte Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungslosigkeit ins Programm eingebunden – als Alibi für echte Partizipation. Wer wirklich wissen will, wie diese Expertise berücksichtigt wird, darf sich höchstens bei den zuständigen Stellen des Nationalen Aktionsplans erkundigen: aktionsplan-wohnungslosigkeit@bmwsb.bund.de.
Fazit: Echte Teilhabe sieht anders aus. Wenn schon Kongresse gefeiert werden, sollten die Menschen, um die es geht, nicht nur Statisten im Livestream sein.
Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit („Gemeinsam für ein Zuhause“) hat die Bundesregierung einen „Leitfaden für die Unterbringung wohnungsloser Menschen“ erarbeiten lassen, der am 28.01.2026 veröffentlicht wurde. Der Leitfaden wurde im Auftrag des BMWSB und des BBSR erarbeitet. Ziel ist es, verbindliche Empfehlungen für Standards in Notunterkünften zu formulieren. Für die Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege hat der Leitfaden strategische Bedeutung: Er stärkt menschenrechtliche Argumentationen gegenüber Kommunen und Politik, bietet eine fachlich fundierte Grundlage zur Durchsetzung von Qualitätsstandards und unterstützt Träger bei der Entwicklung von Konzepten zu Unterbringung, Betreuung und Schutz.
Zum Leitfaden: https://t1p.de/1o12b
Aus der Sicht wohnungsloser Menschen sieht das völlig anders aus: Zwangsgemeinschaftliche, fremdbestimmte Notunterkünfte sind Orte von Gewalt, Kontrolle und Entwürdigung, Überbelegung, strikte Hausordnungen, Kameras, Zäune – alles als „Schutz“ verkauft. Menschen sind permanent eingeschränkt, oft jahrelang, und leben unter Bedingungen, die jede Würde untergraben. Rund 40 Prozent der Menschen verbleiben länger als zwei Jahre in ordnungsrechtlicher Unterbringung – die Notunterkunft wird so zur Dauerlösung, obwohl sie nie dafür gedacht war.
Und während Menschen gezwungen werden, in diesen Einrichtungen zu verbleiben, stehen Wohnungen leer und leerstehende Immobilien könnten mit einfachen Mittel zu Wohnungen umgestaltet werden. Wohnraum ist vorhanden, wird aber nicht genutzt. Wer wirklich von Menschenrechten, Würde und Partizipation spricht, kann nicht weiterhin auf Notunterkünfte setzen – die Lösung liegt in dauerhaften Wohnungen, Sozialwohnungsbau und wirksamer Mietregulierung.
Fazit: Der Leitfaden mag Standards auf Papier festschreiben, doch ohne echte Wohnperspektiven bleibt Notunterbringung ein Menschenrechtsproblem. Partizipation, Würde und Sicherheit sind nur in der eigenen Wohnung möglich – alles andere ist Lippenbekenntnis. Es darf kein Geld mehr in zwangsgemeinschaftliche fremdbestimmte Notunterkünfte fließen, in denen wohnungslose Menschen weiterhin wohnungslos bleiben.
Jan Rübel berichtet über das Wohnungslosentreffen der SwM e.V. in Herzogsägmühle (Bayern) und die unterschiedlichen Strategien der Selbstvertretungen. Wir freuen uns, seinen Artikel in unseren Netzwerken teilen zu können – ein Beitrag, der Einblicke in aktuelle Entwicklungen gibt.
"Auch weil die Politik so schlecht hört, wenn Obdachlose reden, braucht es die Wohnsitzlosenlobby, heißt es nach dem Auftritt des Referenten. Derzeit allerdings ist die Bewegung gespalten. Die »Wohnungslosenstiftung« mit Sitz in Berlin hat sich von der »Selbstvertretung wohnungsloser Menschen« gelöst. Sie vertritt nach eigenen Angaben 120 Menschen, präsentiert sich kritischer und rebellischer als der Verein und ist loser strukturiert – mehr wie eine offene Gruppe. (...) Es heißt, persönliche Animositäten hätten den Bruch beschleunigt. Aber es gibt auch einen inhaltlichen Streit: Soll sich die Obdachlosenvertretung an Institutionen wie die Diakonie binden? Oder soll sie autonom sein und dafür hinnehmen, dass sie keine professionellen Strukturen nutzen kann? Welche Variante erfolgreicher ist oder sich durchsetzt, ist noch nicht entschieden."
Den vollständigen Artikel findet ihr unter folgendem Link:
https://www.wohnungslosenstiftung.org/images/materialien_allgemein/2025_17_Publik_Forum_Jetzt_rede_ich_Jan_Ruebel_Wohnungslosentreffen.pdf
Die politisch unabhängige Selbstvertretungsgruppe UfO Berlin setzt sich seit über drei Jahren für die Rechte von Menschen mit und ohne Obdach- und Wohnungslosigkeitserfahrung ein. Durch vielfältige Aktivitäten machen die Mitglieder auf die Lebensrealitäten obdach- und wohnungsloser Menschen aufmerksam und kämpfen für das Recht auf Wohnen, das individuelle Bedürfnisse und selbstbestimmte Wohnformen berücksichtigt. Weitere Informationen findest Du unter www.ufo-berlin.org.
Pilotprojekt: Aufbau einer unabhängigen BeschwerdestelleAktuell engagiert sich UfO Berlin im Rahmen eines von der Gesellschaft für Freiheitsrechte geförderten Pilotprojekts für den Aufbau einer unabhängigen Beschwerdestelle für wohnungslose Menschen. Ziel ist es, Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen und durch das strukturierte Sammeln von Beschwerden langfristig Verbesserungen anzustoßen.
UfO Berlin bittet um Unterstützung auf zwei Wegen:
Variante 1 – Mitarbeit durch Einrichtungen:
Spreche mit obdachlosen Menschen in Deine Einrichtung an und fragen sie, ob sie bereit wären, an der Umfrage teilzunehmen. Den Fragebogen stellt UfO Berlin elektronisch zur Verfügung, sodass er weitergegeben oder gemeinsam ausgefüllt werden kann.
Variante 2 – Direkte Durchführung durch UfO Berlin:
Alternativ führen geschulte Freiwillige von UfO Berlin die Umfrage direkt vor Ort durch. Ein bis zwei Teams sprechen die dort anwesenden Menschen an; die Gespräche dauern etwa 10–20 Minuten. Begleitend werden Informationsflyer sowie kleine Sachspenden (z. B. Socken oder Feuchttücher) mitgebracht.
Mit dem Projekt möchte UfO Berlin die Bedeutung einer unabhängigen Beschwerdestelle für Berlin verdeutlichen. Ziel ist es, strukturelle Missstände und Diskriminierungen sichtbar zu machen und nachhaltige Lösungen für die vielfältigen Problemlagen obdach- und wohnungsloser Menschen zu entwickeln.
Die erhobenen Beschwerden werden – sofern eine entsprechende Einwilligung vorliegt – an die Gesellschaft für Freiheitsrechte weitergeleitet. Auch anonyme Beschwerden sind möglich. Die Gesellschaft übermittelt die strukturierten Informationen anschließend an zuständige Stellen wie den Polizei- und Bürgerbeauftragten des Landes Berlin, die LADG-Ombudsstelle sowie das Berliner Register.
UfO Berlin freut sich über jede Form der Unterstützung und Rückmeldung. Dieses Pilotprojekt aus Berlin kann ein Vorbild für andere Regionen werden, die ebenfalls unabhängige Beschwerdestellen einrichten möchten.
Vielen Dank für Deine Zeit, Dein Interesse und Deine Mitwirkung.
Zu einem offenen Treffen zum Thema "unabhängige Beschwerdestelle für wohnungslose Berliner*innen" lädt UfO für Dienstag, den 17. März 2026 ab 10 Uhr im Nachbarschaftshaus Urbanstraße (Urbanstraße 21, 10961 Berlin).
Wie beim vorigen Treffen, würden wir gerne über unsere Aktivitäten in unserem Projekt berichten, in einem Austausch eure Erfahrungen und Meinungen anhöhen, sowie gemeinsam nächste Schritte ausdenken.
Ganz praktisch haben wir gemeinsam mit unserem Projektpartner, der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. ein Formular samt Datenschutzerklärung entwickelt, mit denen wir bis dato mehr als zwei Dutzend Beschwerden von wohnungs- und obdachlosen Menschen gesammelt haben. Über unsere Erfahrungen würden wir gerne berichten und euch zum Mitmachen bei unserer geplanten Fachveranstaltung Mitte Mai einladen. Bitte meldet Euch vorab bei Ufo an, wenn ihr teilnehmen möchtet.
Vom 23. bis 29. März 2026 finden die Housing Action Days 2026 statt – eine weltweite Aktionswoche für ein Wohnrecht für alle, gegen Spekulation, Zwangsräumungen und soziale Ausgrenzung. Gemeinsam setzen wir ein starkes Zeichen dafür, dass Wohnraum nicht Profiten dienen darf, sondern ein Grundrecht für alle Menschen sein muss.
In Berlin engagiert sich dazu das Berliner Bündnis Gemeinsam gegen Obdachlosigkeit mit einer Mahnwache vor dem Roten Rathaus. Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Schicksal, sondern ein politisches Problem, das wir gemeinsam angehen müssen.
Die schon 8. Mahnwache gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen ist nötiger denn je. Nicht weil die Wahlen in diesem Jahr anstehen, sondern weil selbst die reine Verwaltung von Obdachlosen an ihre Grenzen stoßen. Die Kürzungen im sozialen Bereich und die vielen schrecklichen Krisen, Kriege etc. verschleiern den Blick auf das was möglich wäre.
Eine Wohnraumversorgung für Alle unabhängig vom Aufenthaltsstatus anstatt die Vertreibung von Menschen aus dem öffentlichen Raum sowie eine Unterstützung die gut ausfinanziert sein muss könnte dafür sorgen, dass wirklich Obdachlosigkeit beendet werden könnte und nur die, die Freiräume nutzen wollen diese auch bekommen. https://bundnisgegenobdachlosigkeit.wordpress.com/
Während der Housing Action Days sind Aktionen in Deutschland, in Europa und rund um den Globus geplant – von Demonstrationen über Workshops bis zu kreativen Protestformen gegen hohe Mieten, Verdrängung und Ungleichheit. Auf der offiziellen Housing Action Days Karte findest du laufend aktualisierte Einträge zu Events überall auf der Welt. Dort kannst du:
Die Karte und das Aktionsverzeichnis werden regelmäßig aktualisiert – schau rein, um zu sehen, was wo passiert! https://housingnotprofit.org/housing-action-days-2026/
Ob du selbst Wohnraum suchst, Wohnungsnot erfahren hast, solidarisch bist oder dich schon lange für soziale Gerechtigkeit engagierst – die Housing Action Days sind eine Woche des gemeinsamen Protestes, des Austauschs und der Kraft.
Mach mit, sichtbar, laut und solidarisch!
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Wer den Newsletter gerne beziehen möchte, darf sich gerne oben links auf der Homepage https://www.wohnungslosenstiftung.org auch selbst eintragen.
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Stefan Schneider / Wohnungslosen_Stiftung
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