Sie sind nicht verbunden. Der Newsletter enthält möglicherweise Benutzerinformationen, sodass diese möglicherweise nicht korrekt angezeigt werden.

2026_04_24 - Newsletter: "Ich kann meinen Namen nicht sagen ...."

2026_04_24 - Newsletter: "Ich kann meinen Namen nicht sagen ...."

Hallo,

ich kann meinen Namen nicht sagen, weil ich Bewohner der [x-Einrichtung der Wohnungslosenhilfe] bin und wenn bekannt wird, wer sich beschwert, fliege ich hier raus.

Es wird von Mitarbeiter*innen der [x-Einrichtung der Wohnungslosenhilfe] nicht erlaubt, dass wir im Haus unabhängige Treffen machen, bei denen keine Mitarbeiter anwesend sind. Es gibt nur Haustreffen, wo immer Sozialarbeiter oder die Chefin anwesend ist. Die geben auch vor, wann und um welche Uhrzeit Treffen sind. Es ist immer eine Sozialarbeiterin oder die Chefin der Herberge da, und wenn jemand etwas Kritisches sagt, wird sofort unterbrochen und Weiterreden nicht erlaubt.

Es gibt Bewohner, die sich beschweren wollen, aber es nicht können, weil uns gesagt wird, es sei kein Beschwerdegrund dafür.

Hier sind viele Sachen, die ganz komisch sind, und wir wollten fragen, ob wir bei euch Unterstützung bekommen können. Die Chefin hat zwar in der Haussitzung gesagt, wenn sie mitbekommt, dass jemand bei [regionale Selbstvertretungsgruppe] mitmachen will, dann ist Ende mit Wohnen hier. Nun sind alle, die sich beschweren wollen, extrem vorsichtig, weil keiner wieder obdachlos sein will.

Essen / Verpflegung ist sehr schlecht – die kochen nur billige Fertiggerichte – ohne echte Köchin oder Koch!

Wegen Leuten, die fragen, warum das so ist, wurde gesagt, dass Stromkosten mitbezahlt werden müssen – was komisch ist, weil Verpflegungsgeld eigentlich extra ist und den Leuten nur für selbstständige Verpflegung gegeben wird, wenn Jobcenter-Gelder bewilligt und bezahlt wurden. Wer neu ist und keine Jobcenter-Gelder bekommt, muss das Essen essen und bekommt nur sehr wenig.

Eigene Freizeitplanung und Tagesplanung ist nicht möglich, weil nur Freizeit geht, was die vorgeben.
Selbst mal Kino besuchen oder Veranstaltungen besuchen geht mit dem bisschen Taschengeld nicht – Geld für Kino und alles andere muss davon bezahlt werden. Wir haben gehört, dass es nicht richtig ist und wollten bei euch fragen, was wir machen sollen.

Im Haus haben wir immer das Ding, dass wir ständig bei allem kontrolliert und beobachtet werden und nie etwas ungestört selbst machen können.

Reaktion darauf: Ich habe die Person heute Mittag am Kiosk in der Nähe der [Einrichtung] getroffen und kurz gesprochen – die Person wohnt tatsächlich in der [Herberge] und hat mir den markanten Schlüsselchip gezeigt.

Wir haben Telefonnummern ausgetauscht und besprochen, wie wir am Wochenende weitermachen können.

Ich schicke es mal in den großen Verteiler und vielleicht gibt es Menschen, die einen Plan haben, wie wir weiter machen und was wir den Menschen in dem Wohnheim sagen können. Ich schicke es auch an [großer Wohlfahrtsverband], weil das ein Eingriff in Grundrechte ist und Grundrechte aus dem Grundgesetz gelten für alle.

Beste Grüße
[regionale Selbstvertretungsgruppe]
D.

 

 

 

 

 ++++++++++++++++++++++++++++++++++

Das ist eine Nachricht von

Stefan Schneider / Wohnungslosen_Stiftung
Gesellschaft für Selbstvertretung wohnungsloser Menschen
und Empowerment auf Augenhöhe gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)

Freistellungsbescheid vom 04.04.2023
für gemeinnützige und mildtätige Zwecke
Steuernummer: 27 / 613 / 06656

Handelsregister-Nummer: HRB 251093 B
Amtsgericht Berlin Charlottenburg

Webseite: www.wohnungslosenstiftung.org
Newsletter: auf der Homepage oben links
Twitter: @wolo_stiftung
Facebook: www.facebook.com/Wohnungslosenstiftung/
Instagramm: www.instagram.com/wohnungslosen_stiftung/
Email-Verteiler: wohnungslosen_netzwerk@lists.riseup.net

Spendenkonto: Wohnungslosen_Stiftung
IBAN: DE60 3702 0500 0001 8534 01
BIC: BFSWDE33XXX
Bank: Sozialbank

PayPal: paypal.me/wolostiftung


Die Wohnungslosen_Stiftung ist der Interessenverband von Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung im deutschsprachigen Raum. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung sich austauschen, vernetzen und ihre Anliegen angstfrei äußern können.

In unserem offenen Netzwerk engagieren sich über 120 Menschen mit eigener Erfahrung, Gruppen, Initiativen, Bündnisse, Vereine und Unterstützer:innen – gemeinsam und auf Augenhöhe. Zweimal im Jahr organisieren wir offene Netzwerktreffen an wechselnden Orten, um den Austausch und die Zusammenarbeit zu stärken, politische Forderungen zu erarbeiten und gemeinsame Aktionen zu planen. Unser kostenloser Newsletter erreicht über 6.000 Interessierte und informiert unregelmäßig über Themen wie Wohnungslosigkeit, Empowerment und Selbstvertretung.

Wir sind gemeinnützig und mildtätig. Mit Deiner Spende – ob einmalig oder monatlich – hilfst Du uns, unsere Arbeit stabil und unabhängig fortzuführen. Gemeinsam können wir etwas bewegen!


Abmeldung hier