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2026_06_08 - Kosten der Wohnungslosigkeit – Alternative Maßnahmen für eine effizientere Wohnungsnotfallhilfepraxis

2026_06_08 - Kosten der Wohnungslosigkeit – Alternative Maßnahmen für eine effizientere Wohnungsnotfallhilfepraxis

Ein Platz in einer Notunterkunft kostet etwa 25.000 bis 35.000 Euro pro Jahr und Person.

Guten Tag, 

die Abteilung Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe der Diakonie Deutschland schreibt eine Kurzstudie zum Thema „Kosten der Wohnungslosigkeit – Alternative Maßnahmen für eine effizientere Wohnungsnotfallhilfepraxis“ aus. 

notschlaf ghettoHoch interessant sind die im Zusammenhang mit dieser Ausschreibung veröffentlichten Annahmen: 

Ein Platz in einer Notunterkunft kostet etwa 25.000 bis 35.000 Euro pro Jahr und Person. Dauerhafte Lösungen wie (...) direkte Vermittlung in eigenen Wohnraum mit begleitender Unterstützung) sind oft günstiger und nachhaltiger. 

Und weiter heißt es:

(...) in Deutschland hatte der Deutsche Städtetag bereits mit seiner Empfehlung zur Einrichtung von Fachstellen im Jahr 1987 vorgerechnet, dass die Verhinderung von Wohnungsverlusten nicht nur den vom Wohnungsverlust bedrohten Menschen zugutekommt, sondern Prävention zugleich für die Kommune der kostengünstigere Weg ist, Wohnungslosigkeit zu begegnen.

Und auch zur Überwindung von Wohnungslosigkeit dürfte es deutlich günstiger sein, in Wohnungen statt in zwangsgemeinschaftliche Notunterkünfte zu investieren. 

Die von wohnungslosen Menschen getragene Initiative Randnotiz Hildesheim, die im offenen Netzwerk der Wohnungslosen_Stiftung mitwirkt, bemängelt darüber hinaus: 

Es irritiert sehr, dass in den unzähligen Kommunikationen und Publikationen zum Thema Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit stets vermittelt wird, Menschen ohne Wohnung bräuchten vor allem soziale Hilfen, um Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit zu überwinden. Dass der Fokus dabei häufig auf eine kleine Gruppe gerichtet wird, die als obdachlos wahrgenommen wird, weil ihnen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes Drogen- oder Alkoholkonsum zugeschrieben wird, wird aus meiner Perspektive viel zu oft genutzt, um von den tatsächlichen Ursachen von Obdach- und Wohnungslosigkeit abzulenken.

Warum werden in Fachkreisen diese fachlichen Aspekte und Fakten nicht ausreichend berücksichtigt?

Dass Wohnraum günstiger ist als Obdachlosigkeit, ist seit Langem bekannt. Dennoch scheint bislang kein wirksames Mittel gefunden worden zu sein, um Mietwucher und Ausbeutung entgegenzuwirken. Hinzu kommt, dass es Sozialunternehmen gibt, die unter dem Dach von Diakonie und ähnlichen Trägern ganze Häuser kaufen – also regulären Wohnraum dem Markt entziehen –, um daraus Obdachlosenunterkünfte zu machen, in denen Menschen dann nur zeitlich befristet wohnen können.

Die Alternativen: Wohnungen, selbstbestimmte Wohnformen und - wenn erforderlich - wohnbegleitende Hilfen

Zahlreiche Menschen aus unserem Netzwerk kennen der Unterbringung in zwangsgemeinschaftlichen Unterkünften aus eigener Erfahrung. Nahezu alle beschweren sich über unzumutbare Zustände: keine Privatsphäre, Lärm, unzumutbare hygienische Zustände, Wanzen, Schimmel, Willkür, Diebstähle, gewalttätige Übergriffe und weiteres mehr. Nahezu alle, die die Kosten ihrer Unterkunft kennen, sagen: Mit dem Geld, das hierfür ausgegeben wird, könnte ich locker eine eigene Wohnung beziehen.

Seit Jahren stellen wir von der Wohnungslosen_Stiftung – einem offenen Netzwerk von Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung und solidarischen Menschen – fest: Mit einer eigenen Wohnung ist die Wohnungslosigkeit überwunden, in einer zwangsgemeinschaftlichen Notunterkunft bleibt sie bestehen. Nicht wenige wohnungslose Menschen meiden diese Orte der Gewalt und ziehen es vor, auf der Straße zu leben. Gleichzeitig stehen zahlreiche Wohnungen leer, und in leerstehenden Immobilien könnten mit einfachen Mitteln Wohnungen geschaffen werden.

Umso wichtiger ist es, dass die Diakonie jetzt eine Studie in Auftrag geben will, welche alternativen Konzepte es zu diesen Notunterkünften gibt. Aus unserer Sicht kann die Antwort nur lauten: Wohnungen und selbstbestimmte alternative Wohnformen.

-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff: Leistungsbeschreibung für die Kurzstudie „Kosten der Wohnungslosigkeit – Alternative Maßnahmen für eine effizientere Wohnungsnotfallhilfepraxis“
Datum: Wed, 27 May 2026 14:06:25 +0000
Von: Schäfer, Lars <Lars.Schaefer at diakonie.de>;
Antwort an: Schäfer, Lars <Lars.Schaefer at diakonie.de>;
   

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Anhang finden Sie die Leistungsbeschreibung für die Kurzstudie „Kosten der Wohnungslosigkeit – Alternative Maßnahmen für eine effizientere Wohnungsnotfallhilfepraxis“ mit der Bitte um Beachtung.

Bitte senden Sie Ihr schriftliches Angebot mit Ihren aussagekräftigen Referenzen bis spätestens 03. Juli 2026 an: lars.schaefer at diakonie.de

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Schäfer

Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe

Zentrum Soziales und Beteiligung

Telefon: +49 30 65 211 1816

Mobil: +49 162 28 190 48

lars.schaefer@diakonie.de

Diakonie Deutschland

Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

Caroline-Michaelis-Str.1,10115 Berlin 

www.diakonie.de

 #gerneperdu

Ausschreibung Leistungsbeschreibung_Kurzstudie_Kosten_der_Wohnungslosigkeit.pdf

 

 

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