Interview vor Zelt in Paris 2010 - Detailierte Beschreibung im Artikel - Quelle: Wiki_CommonsGuten Tag,

heute möchte ich ein Gerichtsurteil bekannt machen, das obdachlosen Menschen einen Anspruch auf einen Heizkostenzuschuss für eine Zeltheizung bestätigt.
Viel Freude beim Lesen der Meldungen von Radio Dreyeckland und Gegen-Hartz.de, die gerne weiter verbreitet werden dürfen.

Gruß, Stefan

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Eilentscheid für Heizkostenersatz des SG Freiburg
Obdach-bzw. Wohnungslose haben auch Anspruch auf Heizkostenzuschuss für Heizung ihres Zeltes

http://www.rdl.de/beitrag/obdachlose-haben-auch-abspruch-auf-heizkostenzuschuss-f-r-heizung-ihres-zeltes

Die 9.Kammer des Sozialgericht Freiburg hat für den Zeitraum 1.1.22 bis zum 31.3.22 einem in einem Zelt lebenden Freiburger Heizkostenhilfe für seine Zeltunterkunft in der Höhe bis zu 50 € im Monat gegen Einreichung der Kostennachweise zu gesprochen. Damit knüpft es an eine vorherige gewährung dieser Beihilfe durch das Jobcenter an. Der ohne mündliche Verhandlung ergangene Beschluss ist hier annoymisiert einzusehen:

https://rdl.de/sites/default/files/0084_22ano.pdf

Wie der zuständige Richter Bergmann in Kürze zusammenfasst:

Nach Auffassung des Gerichts haben nach dem SGB II („Hartz IV“) leistungsberechtigte Obdach- bzw. Wohnungslose Anspruch auf Beihilfen für Heizmaterial vom Jobcenter. Das Fehlen einer Unterkunft steht dem nicht entgegen. Die Entscheidung ist im einstweiligen Rechtsschutzverfahren ergangen und daher nur vorläufig. Es handelt sich, soweit ersichtlich, um die erste Gerichtsentscheidung zu diesem Thema.

Die umfassende Begründung stellt auch darauf ab, daß das Jobcenter nicht auf einen bestimmten Mindest Komfort Standard der Unterkunft (z.b. Wohnwagen)verlangen darf. In diesem Fall wird wegen des geringen Streitwert - unter 750 € - auch ohne Einspruchmöglichkeit vorläufig unmittelbar gültig.

Der Beschluss sollte schnellst möglich anderen Obdach-und Wohnsitzlosen zugängig gemacht werden. Frieren ist keine Alternative.

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Jobcenter wollte Hartz IV Bezieher im Zelt frieren lassen

Autor: Sebastian Bertram

https://www.gegen-hartz.de/urteile/hartz-iv-urteil-jobcenter-muss-waerme-a-grundbeduerfnis-decken

Wohnungslose Hartz-IV-Bezieher müssen in ihrem Zelt nicht frieren. Übernachten sie in den Wintermonaten in ihrem Zelt, können sie vom Jobcenter zur Deckung ihres existenziellen Heizbedarfs eine Heizkostenbeihilfe beanspruchen, entschied das Sozialgericht Freiburg in einem kürzlich veröffentlichten Beschluss (Az.: S 9 AS 84/22 ER).

Das Gericht gab damit dem Antrag eines wohnsitzlosen Mannes auf vorläufige Leistungen der Heizkostenbeihilfe in Höhe von monatlich bis zu 50 Euro statt.

Obdachloser Hartz IV-Bezieher lebt im Zelt

Der obdachlose und auf Hartz-IV-Leistungen angewiesene Mann übernachtete in seinem Zelt in einem Wald im Landkreis Emmendingen bei Freiburg.

Damit er in seiner provisorischen Bleibe nicht erfriert, erhielt er vom Jobcenter seit 2016 für die Monate Oktober bis März vom Jobcenter eine Heizkostenbeihilfe in Höhe von jeweils bis zu 46 Euro monatlich.

Die Anschaffungskosten für das Heizmaterial musste der wohnsitzlose Mann aber nachweisen.

Doch im November 2021 lehnte das Jobcenter die Zahlung für die Wintersaison 2021/2022 ab. Voraussetzung für die Beihilfe sei eine „Unterkunft”, die vor den Unbilden des Wetters schütze und eine gewisse Privatsphäre gewährleiste, einschließlich der Möglichkeit, private Gegenstände zu verwahren, so die Behörde mit Verweis auf ein Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel (Az.: B 14 AS 79/09 R).

Bereits das Landessozialgericht (LSG) Rheinland-Pfalz in Mainz habe am 7. März 2013 im Fall eines umgebauten VW-Busses mit Matratze entschieden, dass es sich hierbei nicht um eine „Unterkunft handele (Az.: L3 AS 69/13 B ER; JurAgentur-Meldung vom 4. April 2013).

Die geforderte gewisse Privatsphäre sei im Zelt aber nicht möglich, so das Jobcenter. Weder könne man in dem Zelt stehen, noch sei ein ungestörter Kleidungswechsel möglich. Es fehle im Vergleich zu einer normalen Wohnung auch an Hygienemöglichkeiten und einem gewissen Maß an Komfort

Sozialgericht Freiburg: Jobcenter muss Wärme-Grundbedürfnis decken

Doch das Sozialgericht sprach dem wohnsitzlosen Mann für die noch kommenden Wintermonate eine Heizkostenbeihilfe von bis zu 50 Euro monatlich vorläufig zu.

Der Bedarf für Heizung sei ein „elementarer Bestandteil des physischen Existenzminimums, das zur verfassungsrechtlich gebotenen Sicherstellung eines menschenwürdigen Lebens unabdingbar ist” und damit um einen Bedarf von „erheblichem grundrechtlichen Gewicht”, heißt es in dem Beschluss.

Das Jobcenter sei fehlerhaft davon ausgegangen, dass für den Bedarf für Heizung immer eine „Unterkunft” erforderlich sei. Dies sei zwar bei Wohnungsmietern der Normalfall, bei Wohnsitzlosen aber nicht.

Der Gesetzgeber habe vielmehr vorgesehen, dass das Jobcenter die angemessenen Kosten für eine Unterkunft „und” Heizung gewährleisten muss. Es handele sich hier um unabhängig voneinander zu gewährende Bedarfe.

Das Jobcenter müsse den existenziellen Heizungsbedarf auch desjenigen sicherstellen, der in abweichenden Verhältnissen lebt. Andernfalls würde dies der Menschenwürde zuwiderlaufen, wenn gerade jenen die Mittel vorenthalten werden, die sich am wenigsten wärmen können.

Zelt wird als Unterkunft gewertet

Auch wenn es auf das Vorhandensein einer „Unterkunft” hier nicht ankomme, könne aber auch das Zelt als Unterkunft gewertet werden. Die Mindestvoraussetzung hierfür würden dort gewahrt: ein Wetterschutz und eine gewisse Privatsphäre wie etwa bei einem „ungestörten Kleidungswechsel”, so das Gericht mit Verweis auf eigene Camping-Erfahrung.

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Fotonachweis: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paris_pont_des_Arts_camp_de_soutien_aux_mal-log%C3%A9s_2.jpg
Foto: Croquant

Guten Tag,

die Wohnungslosenstiftung unterstützt die 4. Mahnwache gegen Obdachlosigkeit, Zwangsräumungen und für Beschlagnahmung vom spekulativem Leerstand vom 27. Januar 2022 um 17:00 Uhr bis zum 29. Januar 2022 um 14:00 Uhr in Berlin vor dem Roten Rathaus. Die Mahnwache wird von einem breiten Bündnis an Gruppen und Initiativen organisiert. Also

  1. komme vorbei und nutze die Gelgenheit, Dich mit Gleichgesinnten auszutauschen,
  2. nimm das Mikrofon in die Hand und berichte laut, klar und deutlich von Deinen Erfahrungen, erzähle, was nicht in Ordnung ist und was geändert werden soll,
  3. unterstütze die Aktion durch Deinen Beitrag, zum Beispiel durch eine Spende. Überschüsse gehen an das Hausprojekt in der Habersaatstraße,
  4. verbreite diese Info und sage allen Bescheid, denen Obdachlosigkeit nicht egal ist.

Wir sehen uns vor dem Roten Rathaus in Berlin. Nachstehend der Aufruf!

Stefan

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2022 Vierte Mahnwache Berlin4. Mahnwache gegen Obdachlosigkeit, Zwangsräumungen, für Beschlagnahmung von spekulativem Leerstand - 27. JAN. UM 17:00 – 29. JAN. 2022 UM 14:00 - Berlin, Rotes Rathaus

Wohnungslos sein bedeutet schutzlos sein – Würdevolles Leben bedeutet würdevolles Wohnen!

Mehr als 50.000 Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchtgeschichte werden in Berlin entrechtenden, zwangsgemeinschaftlichen Massen- und Notunterunterkünften, Hostels und Pensionen untergebracht oder versuchen ohne Obdach auf der Straße zu überleben. (Stand:2021). Die Zahl an Menschen in der sogenannten "verdeckten" Obdachlosigkeit (Übernachten bei Freunden etc) kann niemand benennen. Das, was als kurzfristige Notlösung gedacht ist, wird zu einem Dauerzustand. Ein Großteil dieser untergebrachten Menschen lebt länger als 1 Jahr dort. Zu diesen Menschen ohne eine Wohnung zählen z.B. alleinstehende Erwachsene, Paare, Familien, Kinder, Menschen mit Behinderung, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, Menschen ohne Papiere/ illegalisierte Menschen.

Obdachlose Menschen werden immer wieder Opfer schwerer Gewalttaten.

Zwischen 1990 und 2018 starben demnach mindestens 505 Obdachlose durch gewalttätige Übergriffe in Deutschland. Bei solchen Übergriffen auf obdachlose Menschen spielten menschenverachtende, rassistische oder rechtsextreme Motive häufig eine zentrale Rolle. (Quelle: Drucksache 19/3918) Hinzu kommen rassistische, polizeiliche Maßnahmen, die Menschen z.B. mit Flucht-oder Migrationsgeschichte und ohne Obdach im öffentlichen Raum erleben. Das sind Identitätskontrollen, Dursuchungen oder auch Verhaftungen, die allein aufgrund z.B. von äußeren Merkmalen wie Hautfarbe, vermuteter Herkunft oder Religionszugehörigkeit erfolgen (racial profiling). Diese Kontrollen dürfen an sog. kriminalitätsbelasteten Orten (kbO) ohne eine konkrete Verdachtsgrundlage oder Gefahr geschehen (etwa dem Verhalten einer Person oder Gruppe).

Obdachlosigkeit wird in unserer Gesellschaft stigmatisiert.

Menschen ohne Obdach werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Ihr selbstorganisierten / selbstaufgebauten Schutzräume werden geräumt. Sie erhalten Platzverweise und Aufenthaltsverbote aufgrund des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG), durch dass sie kriminalisiert werden. Sie haben keinen uneingeschränkten, niedrigschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem. Im Falle einer Erkrankung erfolgt im besten Fall nur eine Akutversorgung. Sie werden frühzeitig , ohne vollständig genesen zu sein, entlassen.

Keine Wohnung. Keine Plätze. Keine uneingeschränkte Gesundheitsversorgung. Keine Sichtbarkeit. Kein Schutz.

Nur die Selbstermächtigung der Initiative Leerstand Hab -Ich - Saath gemeinsam mit Menschen ohne Obdach konnte durch eine erneute Besetzung des bezugsfertigen Leerstandes in der Habersaathstraße 40 - 48 den dringend nötigen Wohnraum seiner Bestimmung wieder zuführen. Obdachlose Menschen haben endlich ein Zuhause. Wir wollen mit der Mahnwache zeigen dass Obdachlosigkeit von Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchtgeschichte nicht länger als Druckmittel eingesetzt werden kann.

Obdachlosigkeit kann Alle treffen. Das gegeneinander ausspielen muss beendet werden. Gegen Hass, Rassismus und rechte Hetze.

DESHALB fordern wir:

  • Wohnungen für Alle – unabhängig vom Aufenthaltsstatus!
  • Recht auf Wohnen im Grundgesetz verankern und die Umsetzung des Artikel 28 der Berliner Landesverfassung, der jeder Person eine Wohnung verspricht!
  • Stopp von Zwangsräumungen!
  • Leerstand zu Wohnraum: für zivile Beschlagnahmung von spekulativem, zweckentfremdeten langjährigem Leerstand als Amtshilfe anerkennen!
  • Präzedenzfall Habersaathstraße in allen Bezirken schaffen – statt Abriss von Wohnraum!
  • Abschaffung der sog. "Berliner Linie" - Verordnung, durch die neu besetzte Häuser, Plätze oder Wohnungen in Berlin innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden der Besetzung zu räumen sind!
  • Obdach- und wohnungslose Menschen nach ihren Bedürfnissen fragen statt Zwangsunterbringungen!
  • Schaffung und Erhalt von Freiräumen für alternative Wohnformen!
  • Recht auf einen freien, niedrigschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem für ALLE – unabhängig vom Aufenthaltstatus!
  • Rückbau der menschenfeindlichen defensiven Architektur (Metalldornen etc.)!
  • Stopp der Kriminalisierung durch das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz!
  • Stopp der Verschleierung von Übergriffen durch Polizei und Sicherheitsbehörden!
  • Abschaffung der kriminalitätsbelasteten Orten!
  • Stopp des racial Profilings!
  • Rückkehr zur Gemeinnützigkeit für die LWUs (Landeseigene Wohnungsbauunternehmen) und eine Quote an Wohnungen für Menschen ohne Obdach!
  • Einbindung von Selbstvertretungen, Initiativen und Organisationen zur bestmöglichen Lösung der Wohnungsproblematik!

Seid solidarisch, schaut nicht weg, mischt euch ein! Gegen Hass, Rassismus und rechte Hetze
Wenn bis 2030 Obdachlosigkeit beendet werden soll, muss heute gehandelt werden.
Die Pandemie ist jetzt, Obdachlosigkeit gibt es schon zu lange um noch länger auszuharren und nur zu debattieren.

Guten Tag,

von Harald Thomé kommt gerade eine Nachricht rein, die ich sogleich weiter verbreiten möchte. Harald ist der Experte zum Thema Arbeitslosen- und Sozialrecht, insbesondere zur "Grundsicherung für Arbeits­suchende" nach dem SGB II (Hartz 4) und es lohnt sich, seinen Newsletter zu lesen, wer das noch nicht gemacht hat, kann es hier tun: https://www.harald-thome.de/newsletter.html

Gruß, Stefan

Und nur zur Meldung:

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Amtsgericht Dortmund lehnt Erzwingungshaft gegen Obdachlosen ab – Beschluss ist eine Ohrfeige für verfehlte Politik der Stadt Dortmund

Betteln in Dortmund - Quelle Strassenmagazin BodoIn einem Beschluss hat das Amtsgericht Dortmund Erzwingungshaft gegen einen obdachlosen, drogenabhängigen und im Rollstuhl sitzenden Obdachlosen abgelehnt. Der Mann sollte 7.325 EUR Bußgelder wegen diverser Geldbußen aufgrund von Betteln und Verstoß gegen die Coronaschutzverordnung zahlen.
Das Gericht hatte ausgeführt, dass der Mann nicht ansatzweise in der Lage sei, derartige Geldbußen zu zahlen, denn er lebt von der Hand in den Mund und erhält auch keine Sozialleistungen.

Das Gericht führt in dem Beschluss aus: Es wäre Aufgabe der Bußgeldbehörde gewesen, Bußgelder in einer Höhe festzusetzen, die unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse einen angemessenen Sanktionscharakter haben. Bei Bußgeldern in Höhe von bis zu mehreren Tausend EURO ist das nun eher weniger der Fall.

Mit Erzwingungshaft sollen Zahlungsunwillige und Zahlungsunfähige gebeugt werden. So das Gericht.

Ich feiere das Gericht, super Entscheidung!

Obdachlose mit Ordnungswidrigkeiten zu drangsalieren, ist gang und gäbe. Keiner von ihnen wehrt sich gegen die Bußgelder, normalerweise werden sie dann über Wochen und Monate in den Knast zur Erzwingung eingefahren. Am Ende sind die Bußgelder noch nicht einmal abgesessen, sondern bestehen weiterhin.

Daher ist das eine Klasse Entscheidung, die diesen Irrsinn auf den Punkt bringt und die sich alle Ordnungsbehörden und anderen Gerichte hinter die Ohren schreiben sollten.

Gleichzeitig ist dieser Beschluss eine Ohrfeige für die Stadt Dortmund und ihre Bußgelddrangsalierung gegen Obdachlose.  

Es wird Zeit, dass die Stadt Dortmund ihre Ordnungspolitik gegen Obdach- und Wohnungslose überdenkt.
Der erste Schritt sollte eine Amnestie aller Bußgelder gegen diesen Personenkreis sein!Download des Beschlusses: https://t1p.de/dney
  

Das Straßenmagazin Bodo hat den Vorgang direkt aufgegriffen: https://bodoev.org/2022/01/07/kein-knast-fuers-knoellchen/

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Fotonachweis: https://bodoev.org/wp-content/uploads/2022/01/betteln_dortmund_westenhellweg-1024x683.jpg

Guten Tag,

ich möchte auf eine Online-Veranstaltung der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe aufmerksam machen:

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Standards der Notversorgung – Digitaler Workshop

https://www.kagw.de/cms/contents/kagw.de/medien/dokumente/workshop-notversorgu/22-02-04-workshop_notversorgung__ausschreibunganmeldung.pdf

Freitag, 04.02.2022, 13.00 – 15.00 Uhr

Die ordnungsrechtliche Unterbringung von unfreiwillig obdachlosen Menschen wird bundesweit sehr unterschiedlich umgesetzt. Gerade in den Wintermonaten kommen weitere sogenannte Winter- oder Kältehilfen hinzu, die auch Standards der Unterbringung einhalten sollten.

Wir wollen in dem Workshop die Anforderungen an Standards einer Notversorgung diskutieren und über die Entwicklung von Standards durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen berichten.

Und wir werden ein praktisches Beispiel einer Notversorgung für die Zielgruppe der EU-BürgerInnen vorstellen, an dem exemplarisch die Umsetzung einer Unterbringung mit allen Schwierigkeiten diskutiert werden kann.

Mit dabei sind:

Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung: https://ssl-sug.carinet.de/slus/anmeldeseite-kagw-standards-der-notversorgung

Den Link zu dem Workshop erhalten Sie rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung.
Wir werden mit dem Video-Tool Zoom arbeiten.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Bitte melden Sie sich nur an, wenn Sie auch tatsächlich teilnehmen werden.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte per Mail an die Geschäftsstelle der KAG Wohnungslosenhilfe. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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schlafkapseln - saarbrückenDazu mein Kommentar:

Fast alle wohnungslosen Menschen kennen zwangsgemeinschaftliche Notunterkünfte, die sehr häufig Massenunterkünfte und am nächsten Morgen zu verlassen sind.

Sehr viele wohnungslose Menschen lehnen diese Angebote als menschenunwürdig ab und ziehen es dann vor, lieber draußen auf der Straße zu bleiben oder nach anderen Lösungen zu suchen.

Es hat den Anschein, als würde mit dem Argument: Es sei doch allemal besser, als auf der Straße zu erfrieren, ganz unterschiedliche Zumutungen, die kein Mensch mit Wohnung jemals ernsthaft als Option in Betracht ziehen würde, als "Angebot" für obdachlose Menschen verkauft, beworben und gefeiert werden.

Johan Graßhoff, Streetworker aus Hamburg, stellt auf Facebook die Frage: Warum sinkt der Standard, wenn wir über Unterbringung von Obdachlosen Menschen in Deutschland sprechen??? Beispiele? Gerne: Schlaf-Iglus, Sheltersuits, Little Homes, Bollerwagen, Mehrbettzimmer, Massenunterkünfte, Container….

Erst langsam und vor allem auch ausgelöst durch die Covid-Pandemie setzt sich die Erkenntnis durch, dass es durchaus Alternativen geben würde: Zum Beispiel die Unterbringung wohnungsloser Menschen in Hotelzimmern oder die Beschlagnahme von Wohnungsleerstand.

Es stellt sich also die Frage: Welchen Standards müssen die Notangebote entsprechen - und was gehört verboten oder zumindest abgeschafft oder verändert?

Auch wenn angesichts von 3 Referierenden bei einer nur zweistündigen Veranstaltung wahrscheinlich nur wenig Zeit für eine Diskussion bleibt, könnte der Digitale Workshop doch eine gute Gelegenheit für wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen und Menschen in Wohnungsnot sein, ihre Erfahrungen in die Debatte einzubringen und Forderungen aus ihrer Sicht zu formulieren.

Herzliche Grüße,

Stefan

 

Micha FassGuten Tag,

mit großer Traurigkeit müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass vorgestern, am 17.12.2021 in Berlin unser Freund und Bekannter Micha Fass verstorben ist.

Micha Fass wurde am 11.05.1963 geboren. Er kam Mitte der 80er Jahre nach Berlin und hat dort im Bereich Veranstaltungstechnik gearbeitet. Er wurde selbst wohnungslos und engagierte sich später, als er wieder eine Wohnung hatte, bei Unter Druck - Kultur von der Straße e.V. - einem sozialen und kulturellen Treffpunkt für obdachlose Menschen im Berliner Stadtteil Wedding.

Sein Hund Sterni war ihm sehr wichtig,

Als ehrenamtlicher Sozialhelfer bei Unter Druck engagierte er sich für Menschen auf der Straße - in Wedding und rund um den Leopoldplatz. Es sprach ihnen Mut zu und half ihnen bei Ämtergängen und anderen Erledigungen.

Noch am 08.12.2021 war er vor Ort auf dem Leopoldplatz, an dem am 10.12.2021 eine Wohnungslosenbühne eingerichtet wurde.

Nur wenige Tage später, am 17.12.2021 wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er war friedlich eingeschlafen.

Micha war Teilnehmer auf dem ersten Wohnungslosentreffen 2016 in Freistatt. Ein kurzes Statement von Micha dazu könnt Ihr hier sehen:
https://youtu.be/jYdWjFy82Vk

Was nur die Wenigsten wissen und was wir auch erst auf dem Wohnungslosentreffen 2016 in Freistatt erfahren haben: Micha war Hauptdarsteller in dem Spielfilm Das Ende vom Anfang.  Dieser Kinofilm von Helmut Christian Görlitz aus dem Jahr 1981 nach dem autobiografischen Roman Treibjagd von Michael Holzner beleuchtet die Heimerziehung in den Einrichtungen der Diakonie Freistatt und die Zwangsarbeit im Moor in Freistatt. 

Wer diesen Film noch einmal ansehen möchte, kann ihn hier finden und runter laden.

https://drive.google.com/drive/folders/1gRgtoAZUuqaUavBRAKUhVHbIIzC2UTPq?usp=sharing

Micha, Du wirst uns fehlen. Ruhe in Frieden.

Traurig,

Stefan

Aras forum bonnls erstes Projekt der Wohnungslosen_Stiftung überhaupt unterstützten wir Markus aus Frankfurt bei seinem Wunsch, am RechtAufStadt-Forum Anfang September 2021 in Bonn teilnehmen zu können. Markus ist obdachlos und hat über email und sms Kontakt zur Wohnungslosen_Stiftung und hat um Unterstützung gebeten.

Nun endlich bin ich dazu gekommen, seinen Bericht, der schon lange vorliegt, online zu dokumentieren. Ein langer Bericht mit sehr vielen interessanten Veranstaltungen und sehr vielen Links zu interessanten Projekten, Initiativen und Video-Dokumentationen.

P 0001 "Recht auf Stadt" - Forum Bonn 3.-5.9.2021

Checkt das aus -  das ist wirklich sehr interessant.

Das nächste RechtAufStadtForum ist übrigens für 2022 in Dresden geplant, nähere Hinweise dazu findet ihr auf der Seite vom Mietenwahnsinnbündnis Dresden. Es wäre klasse, wenn die Anliegen wohnungsloser Menschen auch dort wieder ihren Platz finden könnten. Wir werden auf jeden Fall wieder die Teilnahme wohnungsloser Menschen ermöglichen.

Herzliche Grüße,

Stefan

PS: Wenn Dir dieses Projekt gefallen habt, überlege doch bitte, ob Du die Wohnungslosen_Stiftung mit einer Spende unterstützen kannst - oder aber durch Deine Mitwirkung. Unten findest Du die Bankverbindung!

Wenn Du wohnungslos bist und Unterstützung dabei brauchst, etwas auf die Beine zu stellen oder an einer Veranstaltung teilzunehmen. melde Dich einfach mit einer email.

Herror 2021eute möchte ich aufmerksam machen auf das Error-Theaterfestival am kommenden Freitag und Samstag 26. und 27.11.2021. Es ist - meines Wissens nach - das einzige Obdachlosentheater-Festival überhaupt. Es wird in diesem Jahr bereits zum 15. Mal von der Gruppe Divadlo bez Domova in Bratislava, Slowakei organisiert.

http://www.divadlobezdomova.sk/divadlobezdomova/ERROR_21.html

Aufgrund der allgegenwärtigen Pandemie wird das Theater auch in diesem Jahr live Online übertragen bzw. Videos der teilnehmenden Gruppen werden im Internet über Youtube gestreamt.

Weitere Informationen findet Ihr untenstehend bzw. auf der Webseite. Wer also Zeit, Lust und Gelegenheit hat, darf gerne vorbei schauen. Die Festivalsprache ist Englisch.

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Festival ERROR  - 15th anniversary

PRIPRAVUJEME AJ ON-LINE LINKY:

1. deň: https://youtu.be/mHZ1SGOVzwQ">https://youtu.be/mHZ1SGOVzwQ

Konferencia: https://youtu.be/Sgx1J9J-6Os">https://youtu.be/Sgx1J9J-6Os

2. deň: https://youtu.be/-fUIeZ0P-2w">https://youtu.be/-fUIeZ0P-2w

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